Während Sie diesen Text lesen, läuft sicherlich auch Ihre Produktion, oder? Und auf dem Weg zum abgeschlossenen Fertigungsauftrag entstehen jede Menge Prozess- und Zustandsdaten, die erfasst und gesichert werden können und sollten. Genau das ist die Aufgabe der Betriebsdatenerfassung oder kurz: BDE. Darüber hinaus schafft die Betriebsdatenerfassung eine Grundlage für die weitere Arbeit mit Ihren Produktionsdaten. Sie ermöglicht:
Den ersten Block bilden die organisatorischen Betriebsdaten, die wiederum in Auftragsdaten und Personaldaten unterteilt werden.
Auftragsdaten beziehen sich – der Name sagt es schon – auf Daten im Zusammenhang mit dem Fertigungsauftrag. Dazu können gehören:
Dementsprechend geht es bei den Personaldaten um Daten rund um Ihre Mitarbeitenden. Das schließt ein:
Auf der anderen Seite haben wir den großen Komplex der technischen Betriebsdaten. Hier interessieren uns weniger Mensch und Auftrag, sondern vielmehr die Maschine, das Material und die Werkzeuge.
Das Erfassen von Maschinendaten richtet sich zum Beispiel auf:
Maschinendaten können nochmals unterteilt werden in Prozessdaten (Einstellungen, Prozessparameter, etc.) und Produktdaten (Anzahl der gefertigten Teile, Gewicht, etc.)
Jenseits davon sind für die Betriebsdatenerfassung noch die Materialdaten – also Lagerorte, Materialbestände, etc. – und die Werkzeugdaten – sprich: Werkzeugzustände, Defekte, etc. – relevant.
Jetzt haben wir viel über Daten und Datenerfassung gesprochen. Hoffentlich haben wir Sie mit der Masse an möglichen erfassbaren Daten nicht verloren. Denn eigentlich hat Betriebsdatenerfassung einen ganz großen Vorteil für Ihr Unternehmen: Sie können bereits kurzfristig von den erhobenen Daten profitieren. Werfen wir einen Blick auf die kurzfristigen und die langfristigen Vorteile.
Betriebsdatenerfassung ist kein modernes Digitalisierungsphänomen und entsprechende Daten können nicht nur erfasst werden, wenn Mensch und Maschine optimal vernetzt sind. Aber es gibt gravierende Unterschiede zwischen den Methoden.
Nennen wir Methode 1 einfach einmal ganz salopp die „altmodische Methode“: Hier werden Betriebsdaten handschriftlich erfasst und manuell intern weiterverteilt. Natürlich funktioniert das in Maßen auch heute noch, aber diese Methode birgt eine hohe Fehleranfälligkeit, einen signifikanten Zeitversatz in der Informationsaufbereitung und einen erheblichen zusätzlichen Aufwand bei den Mitarbeitenden. Zu allem Überfluss bleiben einige Daten – zum Beispiel aus den Maschinen – weiter im Dunkeln.
Methode 2 ist dementsprechend die „digitalisierte Methode“. So sollte die Betriebsdatenerfassung heute im Idealfall ablaufen: Wo irgend möglich werden Daten digital und (teil-)automatisiert erfasst, zum Beispiel in Form eines BDE-Terminals mit RFID- oder Barcode-Erkennung, durch Sensorik und Gateways an Maschinen oder durch mobile Datenerfassung mit mobilen Scannern o.ä.
Das minimiert das Fehlerrisiko. Zudem erhalten Ihre Mitarbeitenden die Möglichkeit der manuellen Eingabe an Erfassungsstationen, BDE-Terminals oder in einer entsprechenden BDE-Software auf ihren Arbeits-Endgeräten. Das ermöglicht eine strukturierte und systematische Datenerfassung in Echtzeit und vervollständigt den Pool der erfassten Daten.
Sie sehen schon: Ganz ohne die technische Basis geht es auch bei der modernen Betriebsdatenerfassung nicht. Um sich dem Thema zu nähern, können Sie daher ein BDE-System in Ihrer Produktion einführen. Ein solches BDE-System besteht aus einer Hardware wie zum Beispiel einem BDE-Terminal, einer entsprechenden Software zur Betriebsdatenerfassung und der nötigen Infrastruktur zur Erfassung, Darstellung und Auswertung aller relevanten Betriebsdaten.
Doch bevor Sie ein solches System auswählen, sollten Sie die Grundlagen klären.
Eine besonders wichtige Rolle nimmt die Auswahl einer zukunftsfähigen BDE-Software ein. Das BDE-System bzw. das BDE-Terminal kann nur so gut sein, wie die darin arbeitende Software. Und im Bestfall ist die gewählte Software zur Betriebsdatenerfassung sogar außerhalb des Systems und auf anderen Endgeräten nutzbar. Achten Sie daher bei der BDE-Software auf
Sie haben jetzt gelesen, welche Mengen an Daten im Rahmen einer Betriebsdatenerfassung gesammelt werden können und sollten. Und dass BDE-Systeme eine schlagkräftige, aber sicherlich auch recht groß dimensionierte Antwort auf Ihre Datenfragen geben können. Wir möchten Ihnen einen Zwischenschritt vorschlagen, der vor allem dann sinnvoll ist, wenn es um die Erfassung von Betriebsdaten während manueller Fertigungsprozesse geht. Wenn Ihre Werker Arbeitsaufträge abarbeiten, erzeugen sie zwangsläufig Daten. Diese Daten können mit einem modernen Werkerassistenzsystem umfassend erfasst und gewinnbringend genutzt werden.
Unser Werkerassistenzsystem weasl vereint wesentliche Features aus beiden Welten: Für Ihre Werker bringt das System Zugriff auf aktuelle Arbeitsanweisungen und auftragsbezogene Informationen mit, während es gleichzeitig zahlreiche Grundfunktionalitäten für die Betriebsdatenerfassung bietet. Während der manuellen Fertigung können Ihre Mitarbeitenden relevante Betriebsdaten in den folgenden Bereichen erfassen:
Die Erfassung all dieser Daten erfolgt digital direkt in dem System, das Ihre Werker auch zum Abarbeiten nutzen. Darüber hinaus stehen die verbuchten Daten sofort für die Weiterverarbeitung, die Übergabe an führende Systeme und die detaillierte Auswertung zur Verfügung.
Betriebsdatenerfassung muss nicht immer gleichgesetzt werden mit großen teuren Softwarelösungen. Grundlegend haben Sie die Qual der Wahl, ob Sie sich für eine Standardsoftware, eine Individualsoftware oder für ein Werkerassistenzsystem wie weasl entscheiden. Ihre konkreten Bedarfe und Ziele bestimmen die Lösung. Mit der folgenden Tabelle wollen wir Ihnen eine kleine Entscheidungshilfe an die Hand geben.
Richtig schlagkräftig können erfasste Betriebsdaten nur dann werden, wenn sie konsequent und zielführend weiter genutzt werden. Das betrifft sowohl die Datenaufbereitung als auch die Visualisierung und die Auswertung. Daher ist es wichtig, das BDE-System bzw. die BDE-Software an weiterführende Systeme anzubinden. Das können sein:
Haben Sie eines dieser Systeme im Einsatz in Ihrem Unternehmen, planen Sie die Verzahnung mit Ihrer neuen Lösung zur Betriebsdatenerfassung fest ein. Sie ebnen sich damit den Weg hin zu datenbasierten Entscheidungen zum Beispiel für die Produktionsfeinplanung. Je mehr Daten in Echtzeit erfasst und umgehend weiterverarbeitet werden können, desto zuverlässiger werden Aussagen und Prognosen.
In einer zunehmend digitalisierten Produktion können und sollten Lösungen nicht mehr als einsame Inseln betrachtet werden, die nur für ihren eigentlichen Zweck gedacht sind. Bei BDE-Software ist das eigentlich von vornherein schon ausgeschlossen und dennoch zeichnen sich auch hier noch weiterführende Trends ab.