Auch wenn noch nicht jeder darüber spricht: Ganz frisch ist die Industrie 5.0 – oder auch fünfte industrielle Revolution genannt – nicht mehr. Bereits im Januar 2022 veröffentlichte die Europäische Kommission ein Thesenpapier, das die Industrie 5.0 als transformative Vision für Europa etablieren sollte. Laut diesem Papier soll die Industrie der Antrieb für die europäische Transformation sein. Nur leider sei die Industrie 4.0 nicht das passende Framework dafür.
Et voila: Die Industrie 5.0 ist geboren. Natürlich basiert die Industrie 5.0 dabei im Wesentlichen auf den Technologien, die im Rahmen der Industrie 4.0 bereits etabliert werden konnten. Sie rückt den Menschen und Themen wie Resilienz und Nachhaltigkeit in den Fokus. Und sie betont, wie der Mensch mit moderner Technologie und KI-gesteuerten Robotern beziehungsweise Cobots zusammenarbeiten kann, um Arbeitsabläufe nachhaltig zu optimieren. Sagen wir es ein wenig überspitzt: Die Industrie 5.0 ist mehr Evolution als Revolution.
Ganz aus dem Spiel war der Mensch auch in der Industrie 4.0 nicht, allerdings lag der Fokus hier mehr auf Technologie und Digitalisierung. Industrie 5.0 soll dieses Bild geraderücken. Wichtig ist nun, dass
Wettbewerbsfähigkeit setzt heute mehr denn je ein hohes Maß an Resilienz voraus. Das ist Unternehmen durchaus bewusst, weniger jedoch, wie die Mittel der digitalen Transformation diese Resilienz fördern können. Industrie 5.0 zielt darauf ab, Unternehmen zu befähigen:
Auch Nachhaltigkeit ist nichts Neues für produzierende Unternehmen, allerdings sollen sich Unternehmen mehr und mehr bewusst machen, wie weit Nachhaltigkeit gehen kann. Die Industrie 5.0 fordert daher:
Zwischen der Industrie 3.0 und der Industrie 4.0 lagen gut 40 Jahre. Die Industrie 5.0 wurde dahingegen nach nur gut 12 Jahren fast schon rasant hinterhergeschoben. Wie viel Revolution kann in dieser kurzen Zeit denn da noch drin sein? Und ist die Industrie 5.0 vielleicht doch eher eine Industrie 4.1? Schauen wir uns den Vergleich an.
Sicherlich haben Sie bereits gemerkt: Richtig viel technologisches Neuland gibt es in der Industrie 5.0 nicht – auf jeden Fall keinen technologischen Quantensprung wie von der Handarbeit zur Dampfmaschine. Die Industrie 5.0 ist vielmehr ein Perspektivwechsel. Der Blick geht nicht mehr darauf, wie bunt die schöne neue Technikwelt sein kann, sondern vielmehr darauf, was die ganze Technologie dem Menschen bringt. Schauen wir uns das einmal für verschiedene Technologien an.
Welche Vor- und Nachteile hat die Industrie 5.0? Um diese Frage zu beantworten, schauen wir noch einmal auf die Kernpunkte zurück. Sie erinnern sich sicherlich: Menschenzentriertheit, Resilienz und Nachhaltigkeit. Denn darum geht es ja im Wesentlichen – ganz gleich, ob wir jetzt von einer industriellen Revolution 5.0 sprechen können oder nicht.
Die Vorteile einer Fokussierung auf die drei Kernthemen können zum Beispiel sein:
Welche Nachteile kann eine Fokussierung auf die Mitarbeitenden, die Umwelt und die Widerstandsfähigkeit Ihres Unternehmens im Gegenzug eigentlich haben? Kurz gesagt: Aufwand und Kosten.
Möchten Sie Ihre Mitarbeitenden mit Cobots unterstützen oder an digitalen Zwillingen schulen, entstehen hier unter Umständen spürbare Kosten für die Einführung entsprechender Technologien.
In den vergangenen Jahren seit der Definition der Industrie 4.0 hat sich jede Menge getan. Die Digitalisierung schreitet voran – und zwar trotz Engpässen und Krisen. Der Digitalisierungsindex in Deutschland hat mit 113,6 Punkten in 2024 alle Vorjahre übertroffen, die Branche „Elektrotechnik, Maschinen- und Fahrzeugbau“ liegt auf Platz 2 im Branchenvergleich. Bereits jedes zweite große Unternehmen in Deutschland sieht sich selbst als stark digitalisiert (Quelle: DE.DIGITAL).
Und auch in Bezug auf den Menschen im Kontext der Digitalisierung ging es in den vergangenen Jahren stetig voran. Unternehmen qualifizieren ihre Mitarbeitenden immer besser im Bereich digitaler Kompetenzen. Die Bevölkerung wird digital affiner, wodurch auch mehr Fachkräfte mit digitalen Kompetenzen zur Verfügung stehen.
Also ist die Industrie 4.0 abgeschlossen und 5.0 kann starten? Dazu können wir ganz klar sagen: Nein und Jein. Drücken wir es mit dem Forschungsbeirat Industrie 4.0 und der Plattform Industrie 4.0 aus: Die Industrie 4.0 ist noch lange nicht abgeschlossen und die Industrie 5.0 baut so sehr auf den Entwicklungen der Industrie 4.0 auf, dass eine neue Begrifflichkeit mehr Verwirrung stiftet, als dass sie hilft.
Auch die Europäische Kommission selbst schreibt, dass die Industrie 5.0 den gegenwärtigen Ansatz unterstützt und ergänzt. Was bislang in der technologiefokussierten Industrie 4.0 zumindest auf dem Papier unterging – der Bezug auf Mensch, Resilienz und Nachhaltigkeit – wird jetzt offiziell ins Rampenlicht gerückt. Auch wenn es in der Praxis bereits seit langem fester Bestandteil vieler Digitalisierungsunternehmen ist. Ohne den Fokus auf den Menschen geht die Digitalisierung ins Leere. Das zu verinnerlichen ist viel wichtiger als das Label „Industrie 5.0“.
„Nein, nicht noch so ein neumodisches Wort-Konstrukt.“ Aber wenn jetzt noch keine Industrie 5.0 ist, dann ist sie das vielleicht in der Produktion der Zukunft. Wenn Sie das als Modewort abtun, dann liegen Sie gar nicht so falsch. Denn die Produktion der Zukunft ist eigentlich die Produktion, wie sie sein könnte, wenn sie durchdigitalisiert ist. Also der Abschluss der Industrie 4.0, sozusagen. Und bei genauer Betrachtung ist die Produktion der Zukunft vor allem Technologie-getrieben.
Wichtig ist nicht, ob Sie das Kind Industrie 5.0 oder Industrie 4.0 nennen. Wichtig ist, dass Sie sich der Mittel der Digitalisierung bedienen, um in Ihrer Produktion und damit für Ihre Mitarbeitenden ein optimales Arbeitsumfeld zu schaffen. Es gibt bereits heute etablierte Systeme am Markt, die den Menschen bei seinen Aufgaben entlasten und optimal unterstützen. Ein solches System ist unser Werkerassistenzsystem weasl.
weasl unterstützt und entlastet Ihre Mitarbeitenden auf verschiedenen Ebenen:
Jenseits davon kann weasl auch die Nachhaltigkeit in Ihrer Fertigung und Montage fördern. Mehr dazu lesen Sie in unserem Blog-Beitrag „Wie weasl mehr Nachhaltigkeit in Ihre Produktion bringt“.