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Qualitätssicherung in der Produktion: Definition & Methoden

Geschrieben von Maren Fichtner | 19. März 2026

Bevor wir über Qualitätssicherung sprechen:
Qualitätsmanagement als Überbau

„Qualität liegt in der Verantwortung eines jeden.“ stellte einst der Pionier des Qualitätsmanagements – William Edwards Deming – fest. Und was in der Verantwortung eines jeden liegt, sollte nicht dem individuellen Ermessen oder gar dem Zufall überlassen werden. Qualität muss gemanagt werden, damit auch die gewünschten Ergebnisse erzielt werden.

Definition: Was ist Qualitätsmanagement?

Ganz einfach gesagt, beschäftigt sich das Qualitätsmanagement mit der Erfüllung der Anforderungen von Kunden an Produkte oder Dienstleistungen. Dafür stellt das Qualitätsmanagement konkrete Maßnahmen und Werkzeuge zur Verfügung, die nicht nur zur Erfüllung des jeweils individuellen Kundenwunsches dienen. Sie ermöglichen auch übergreifend eine stetige Prozess- und Produktverbesserung.

Phasen des Qualitätsmanagements

Um das zu erreichen, bedient sich das Qualitätsmanagement fünf aufeinander aufbauender Phasen:

  • Qualitätsplanung: Hier werden der IST-Stand im Unternehmen erfasst und bewertet sowie konkrete Maßnahmen abgeleitet.
  • Qualitätssteuerung oder auch Qualitätslenkung: Hier werden die festgelegten Maßnahmen umgesetzt und überwacht.
  • Qualitätssicherung: Hier laufen alle Maßnahmen zusammen, die für die Erreichung einer bestimmten Produktqualität nötig sind.
  • Qualitätskontrolle: Hierbei handelt es sich um Tätigkeiten, die in der Fertigung ausgeführt werden, um die Qualität eines Produktes zu prüfen.
  • Qualitätsverbesserung: Die gewonnenen Erkenntnisse werden schlussendlich gesammelt und ausgewertet, um Optimierungen vorzunehmen.

 

Werkzeuge des Qualitätsmanagements

Jetzt fehlen noch die Werkzeuge zur Umsetzung und auch hier gibt es etablierte Konzepte. Das bekannteste sind sicherlich die 7 Qualitätswerkzeuge, die Ishikawa Kaoru bereits 1943 definiert hat. Dazu gehören:

  • Flussdiagramm
  • Fehlersammelkarte
  • Histogramm
  • Qualitätsregelkarte
  • Pareto-Diagramm
  • Korrelationsdiagramm
  • Ursache-Wirkungs-Diagramm

Mit diesen 7 Werkzeugen können Fehler effektiv verhindert und Prozesse verbessert werden.

 

Warum sollten Sie Qualitätsmanagement umsetzen?

Ist Ihren Kunden Qualität egal? Wenn nicht, dann haben sie damit schon die erste Antwort, warum Sie Qualitätsmanagement umsetzen sollten: Kunden fordern gewisse Qualitätsstandards. Und sollten sie sie nicht aktiv fordern, dann erwarten sie sie dennoch unweigerlich.

Können Sie sich Fehler in der Produktion leisten? Auch hier werden Sie sicherlich verneinen. Mit den Werkzeugen des Qualitätsmanagements können Sie Ihre Fehlerquote senken und unnötige Kosten durch Nacharbeit, Ausschuss oder verzögerte Lieferzeiten sparen.

Und wie sieht es mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen aus? Können Sie fertigen, ohne dass Ihnen irgendwelche gesetzlichen Regelungen oder Vorschriften ins Gehege kommen? Die Wahrscheinlichkeit ist gering und Qualitätsmanagement hat auch hier die passende Antwort. Mehr noch: Erfüllen Sie mit Ihrem Qualitätsmanagement zum Beispiel die Norm DIN EN ISO 9001:2015, bestätigt das nicht nur Ihre Produktionsqualität. Es zeigt Ihren (potenziellen) Kunden, dass Qualität bei Ihnen einen nachweislich hohen Stellenwert hat – Stichwort: Wettbewerbsvorteil.

 

 

 

Qualitätssicherung vs. Qualitätskontrolle: Definition & Unterschiede

Sprechen wir über unser eigentliches Thema: Qualitätssicherung in der Produktion und Fertigung. Nun ja, sagen wir: Wir müssen über zwei Dinge sprechen – über Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle.

„Ist das nicht das Gleiche?“, könnte jetzt der ein oder andere fragen. Und auch das Internet wirft beides gern einmal in einen Topf. Genau genommen sind sowohl Qualitätssicherung (QS) als auch Qualitätskontrolle (QK) eigenständige Konzepte und als solche Bestandteile des Qualitätsmanagements, die sich in ihren Schwerpunkten und Aufgaben voneinander unterscheiden.

Qualitätssicherung ist also der proaktive, organisatorische Prozess, Qualitätskontrolle das reaktive Doing während der Fertigung und Montage. Im weiteren Verlauf dieses Artikels fokussieren wir uns auf die Qualitätssicherung – also auf die Maßnahmen und Prozesse, die Sie etablieren können, um hohe Qualitätsstandards sicherzustellen. Die praktische Umsetzung in Form der Qualitätskontrolle schauen wir uns ein Andermal an.

 

Allgemeine Aufgaben der Qualitätssicherung in der Produktion

Jetzt wissen wir also, dass wir bei der Qualitätssicherung nicht darüber sprechen, ob zum Beispiel ein Gewindedurchmesser passt oder Schrauben mit dem korrekten Drehmoment festgezogen wurden. Welche Aufgaben hat aber dann die Qualitätssicherung in der Produktion?

Zu den Aufgaben der Qualitätssicherung gehören:

  • die Definition, Planung und Umsetzung von systematischen Prüfkonzepten – inklusive kundespezifischer Anpassungen je nach Bedarf
  • das Prüfmittelmanagement
  • die Prozess- und Arbeitsablaufüberwachung
  • die Überwachung und Sicherstellung, dass Prüfungen ordnungsgemäß durchgeführt werden
  • Mitarbeiterschulungen zu Inhalten, Maßnahmen und Zielen der QS
  • Erstmusterprüfberichte
  • Lieferantenbewertungen
  • die Dokumentation aller Maßnahmen
  • die Bearbeitung von Reklamationen und Kundenkommunikation bei qualitätsrelevanten Themen
  • sowie kontinuierliche Verbesserungsprozesse (KVP) zur langfristigen Qualitätssteigerung

 

Methoden der Qualitätssicherung in Produktion, Fertigung und Montage

Qualitätssicherung in der Produktion

Schauen wir uns an, welche prozessualen Möglichkeiten der Qualitätssicherung Sie in der Produktion haben. Die Produktion ist viel umfassender aufgestellt als der Teilbereich der Fertigung und schließt alle Prozesse und Schritte ein, die zur Herstellung eines Produkts notwendig sind. Dementsprechend umfassend sind auch die Methoden, die Sie anwenden können.

 

Qualitätssicherung in der Fertigung

Die Fertigung ist ein Teilbereich der Produktion und umfasst die Verarbeitung von Rohmaterial zu Teilen und Komponenten, die dann zu einem Endprodukt zusammengefügt werden. Auch in der Fertigung sollten Qualitätssicherungsprozesse zuhause sein, allerdings mit spezifischen Methoden.

 

Qualitätssicherung in der Montage 

Als Schritt in der Produktion, der sich mit dem Zusammenfügen von einzelnen Teilen zu einem gefertigten (Teil-)Produkt beschäftigt, kommt der Montage ein vergleichbarer Stellenwert wie der Fertigung zu. Auch hier muss die Qualitätssicherung mit den passenden Methoden greifen. Dazu können gehören:

 

So implementieren Sie Qualitätssicherung in Produktion und Fertigung

Das waren jede Menge Methoden für die Qualitätssicherung und vielleicht stellen Sie sich jetzt die Frage: „Was mache ich nun damit und was ist wirklich zielführend?“ Brechen wir es noch einmal herunter auf die konkreten To-dos, die Sie auf dem Schirm haben sollten – Reihenfolge flexibel.

  • Führen Sie ein Qualitätsmanagementsystem ein, in dem alle Daten, Informationen, Maßnahmen und Learnings zusammenlaufen.
  • Standardisieren Sie Ihre Herstellungsprozesse, zum Beispiel mit Standard Operating Procedures (SOP). Qualitätsgerecht etablierte Standardprozesse sind der Schlüssel zur kontinuierlichen Qualitätssicherung.
  • Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden in Bezug auf Qualitätsstandards, Verfahren, Werkzeuge und deren Verwendung. Nur wer weiß, was wie funktioniert und worauf geachtet werden muss, entwickelt auch ein Bewusstsein für die Qualitätsziele.
  • Überwachen und optimieren Sie Prozesse. Nur weil Prozesse standardisiert sind, heißt das nicht, dass sie optimal laufen. Haben Sie ein Auge drauf und justieren Sie nach, wo nötig.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie von Ihren Zulieferern hochwertige Materialien und Bauteile bekommen. Wenn die Qualität in der Lieferkette schwächelt, schwächelt auch das Endprodukt.
  • Implementieren Sie Qualitätskontrollen im Produktionsprozess und befähigen Sie Ihre Werker zur Werkerselbstprüfung.
  • Schaffen Sie möglichst lückenlose Transparenz und Rückverfolgbarkeit in Ihrer Produktion. Nur so finden Sie sicher heraus, wo der Fehlerteufel wütet.
  • Führen Sie interne Audits durch, um Ihre Prozesse und Qualitätssicherungsmaßnahmen auf den Prüfstand zu stellen.

 

Der nächste Schritt: Qualitätssicherung 4.0

Bis hierher haben wir noch gar nicht so sehr über digitale Technologien gesprochen. Natürlich können Sie die Qualitätssicherung in Ihrer Produktion auch weitestgehend ohne die Möglichkeiten der Digitalisierung in Angriff nehmen. Das bedeutet dann aber prinzipiell:

  • Sie machen alles per Hand und schreiben sich die Ergebnisse auf.
  • Sie dokumentieren auf Checklisten und Co. und übertragen alles später ins System.
  • Sie haben beträchtliche Aufwände bei der Prozessüberwachung und -verbesserung.
  • Sie nehmen Medienbrüche und Fehler bei der Datenübertragung in Kauf.
  • Sie können Fehler nur mit Verzögerungen erkennen und beheben.

Mit der Digitalisierung eröffnen Sie Ihnen jedoch zahlreiche Möglichkeiten für ein optimales Qualitätsmanagement und eine fehlerfreie Produktion. Da wären zum Beispiel:

  • Sensoren oder Kameras zur Automatisierung von Qualitätsprüfungen
  • Big Data und Data Analytics zur Mustererkennung von Fehlertrends
  • KI und maschinelles Lernen für die Vorhersage möglicher Qualitätsabweichungen
  • Digitale Zwillinge zur Simulation von Produktionsprozessen und zur Erkennung möglicher Fehlerquellen
  • Werkerassistenzsysteme zur Unterstützung manueller Tätigkeiten und zur prozesssicheren Abarbeitung von Tätigkeiten inkl. Werkerselbstprüfung

 

Ein Beispiel: Qualitätssicherung mit weasl

Unser Werkerassistenzsystem weasl entlastet Ihre Mitarbeitenden bei allen manuellen Tätigkeiten in der Fertigung und Montage. Jenseits davon bringt es zahlreiche Optionen mit, um Sie bei der Umsetzung von Qualitätssicherungsprozessen in Ihrer Produktion zu unterstützen. Wie sieht das genau aus?