Volles Haus, offene Worte und Ergebnisse, die sich sehen lassen: 70+ Entscheiderinnen und Entscheider aus Produktion, Qualitätssicherung und Digitalisierung kamen am 17. September 2026 zum ersten Connected Worker Day ins Alte Pumpenhaus nach Dresden.
Im Mittelpunkt stand eine Frage, die sich derzeit fast jeder produzierende Mittelständler stellt: Wie kommt das Wissen erfahrener Fachkräfte zuverlässig dorthin, wo es gebraucht wird und wie erleichtert vernetztes Arbeiten den Alltag von Werkern und Monteuren? Die Antworten lieferten die Anwender selbst. Sie berichteten ehrlich über Erfolge und Stolpersteine, dazu gab es Live-Demos und viel Raum für den Austausch unter Praktikern.
Der Handlungsdruck ist enorm: Erfahrene Fachkräfte gehen in den Ruhestand, neue Mitarbeitende sollen in kürzester Zeit produktiv arbeiten, und die Zahl der Varianten wächst stetig. Das Wissen, wie ein Produkt richtig montiert und geprüft wird, steckt oft in wenigen Köpfen. Es liegt auf veralteten Papierausdrucken, verteilt in Excel-Listen oder schlicht nicht im richtigen Moment am Arbeitsplatz vor. Die Folgen spüren Unternehmen direkt: lange Einarbeitungszeiten, Fehler, die erst in der Endkontrolle oder beim Kunden auffallen, teure Nacharbeit und hoher Aufwand bei jedem Audit.
Wie sich das in der Praxis lösen lässt, zeigte der Automatisierungsspezialist Staudinger aus dem niederbayerischen Loiching. Für einen Serienauftrag mit rund 700 Einzelteilen je Roboter führte das Unternehmen Anfang 2024 digitale Werkerführung mit weasl ein. Seitdem sind mehr als 800 Roboter vom Band gelaufen, und über 14.500 Seriennummern wurden lückenlos erfasst. Statt 25 bis 30 A4-Seiten Papier pro Roboter braucht die Fertigung heute noch zwei. Den größten Effekt sehen Johannes Döschl und Christian Sperka im geschlossenen Kreislauf aus Arbeitsanweisung, Qualitätsprüfung, Rückverfolgbarkeit und Feedback: Probleme werden direkt aus der Montage gemeldet, und der nächste Mitarbeitende arbeitet bereits mit der verbesserten Anweisung. Der Prüfplan für die Endkontrolle liegt inzwischen in der 13. Revision vor.
Das Engineering-Unternehmen SpiraTec stellte vor, wie digitale Arbeitsanweisungen, Schulung und Dokumentation in der Pharma- und Prozessindustrie zusammenwirken, von der Anforderungsaufnahme bis zum Proof of Concept. Gemeinsam mit weasl arbeitet SpiraTec daran, die Plattform in den Jahren 2026 und 2027 für den GxP-regulierten Einsatz in der Pharmaproduktion zu qualifizieren.
Einen internationalen Blick brachte George A. Valassidis von Crystal Networks aus Saudi-Arabien mit. Das Unternehmen vertreibt die Dresdner Technologie im Nahen Osten unter der eigenen Marke SmartMasane3, mit Datenhaltung im Land und lokalem Support auf Arabisch und Englisch. In einem ersten Pilotprojekt bei einem Hersteller für Keramik-Fließen in Riad werden Fehler bis zu ihrem Entstehungsort in der Produktion zurückverfolgt, bevor energieintensive Brennprozesse für fehlerhafte Ware anlaufen.
Neben den Anwenderberichten erlebten die Gäste in Live-Demos, wie digitale Arbeitsanweisungen, Qualitätsprüfungen und Rückverfolgbarkeit in weasl zusammenspielen. In den Pausen und beim abschließenden Get-together wurde intensiv weiterdiskutiert. Der Connected Worker Day soll 2027 fortgesetzt werden. Der Termin wird unter www.connectedworkerday.com bekanntgegeben.