Wenn wir von Qualität in der Produktion sprechen, treffen wir auf eine Vielzahl von Begriffen. Sie reichen von Qualitätsmanagement über Qualitätssicherung bis hin zu Qualitätsprüfung und Qualitätskontrolle. Oft werden sie sogar synonym verwendet, aber die Krux daran ist: Eigentlich haben sie alle ihre eigene Bedeutung und Relevanz.
In diesem Beitrag widmen wir uns der Qualitätskontrolle und ihrer eigentlichen Bedeutung. Bei der Qualitätskontrolle handelt es sich um Verfahren und Prozesse, die dazu dienen, ein Produkt oder auch eine Dienstleistung auf vorher definierte Qualitätskriterien hin zu überprüfen. Solche Vorgaben können zum Beispiel spezifische Produktionsvorgaben, bestimmte Normen oder auch Kundenanforderungen sein.
Wichtig ist dabei: Die Qualitätskontrolle hat einen klar produktbezogenen Fokus. Es geht ganz konkret darum, ein (teil-)gefertigtes Produkt zu kontrollieren – mit dem Ziel, Fehler, Defekte oder Abweichungen zu identifizieren.
Übrigens: Die Qualitätskontrolle treffen Sie bei Recherchen auch immer wieder als Qualitätsprüfung an. Wir sprechen hier aber von Qualitätskontrolle als produktionsinternem Prozess innerhalb der Qualitätssicherung, während eine Qualitätsprüfung auch von externen Dienstleistern durchgeführt werden kann.
Die Aufgaben der Qualitätskontrolle drehen sich allesamt – Sie ahnen es bereits – um die Sicherstellung der Produktqualität gemäß den vorab definierten Vorgaben. Das umfasst:
Kurz und knapp: Sie können entweder stichprobenhaft oder alles prüfen. Was sind die Unterschiede?
Stichprobe
Stichproben bieten sich besonders bei der Massenfertigung an. Bei der Stichprobenprüfung kontrollieren Sie die Qualität entweder nach Zufallsprinzip oder nach einer vorab definierten Anzahl Produkte beziehungsweise Schuss. Im Vorfeld definieren Sie, wie groß die Stückzahl der zu prüfenden Produkte ist und wie viele Defekte oder Mängel pro Stichprobe akzeptabel sind.
Hundert-Prozent-Prüfung
Fertigen Sie in besonders kleinen Losgrößen oder kundenindividuell, bietet sich die Prüfung jedes Produktes (oder ggf. jeder Dienstleistung) an. Natürlich müssen Sie auch hier im Vorfeld Kriterien festlegen, nach denen die Produkte geprüft werden. Nur prüfen Sie eben jedes Produkt und investieren unter Umständen mehr Zeit in eine tiefgreifende Prüfung.
Zielführend eingesetzte Qualitätskontrollen zahlen sich für Ihr Unternehmen auf vielen Ebenen aus. Und die reichen von der Optimierung der eigenen Prozesse und Abläufe bis hin zu Ihrer Wettbewerbsfähigkeit.
Es gibt eigentlich kein wirkliches Argument gegen sinnvoll etablierte Qualitätskontrollen. Im Gegenteil: Es gibt noch ein paar weitere Argumente, die sie bei Ihrer Entscheidung für eine schlagkräftige Qualitätskontrolle auf dem Schirm haben sollten:
Natürlich können Qualitätskontrollen zunächst Kosten verursachen und technologische Anpassungen erfordern. Aber der Nutzen, den Sie aus etablierten Prüfprozessen ziehen, wiegt deutlich höher.
Qualitätskontrollen finden sich an verschiedenen Punkten im Produktionsablauf – vom Wareneingang bis zum Warenausgang. Schauen wir uns die vier grundlegenden Prüfungen etwas näher an.
Wie der Name schon sagt, wird hier beim Wareneingang eine Qualitätskontrolle des ankommenden Produktes beziehungsweise der Komponente durchgeführt. Dabei soll sichergestellt werden, dass das Ausgangsprodukt mit den Spezifikationen übereinstimmt und nicht hier bereits Fehler vorliegen, die ggf. später nicht mehr nachvollziehbar sind.
Bei der In-Process Quality Control (IPQC) handelt es sich um kontinuierliche Qualitätsprüfungen während der Produktion – also allem, was zwischen dem Eingangsprodukt und dem Endprodukt entsteht. Die IPQC ist besonders relevant bei strengen Reglementierungen oder Anforderungen.
Mit der Final Quality Control (FQC) sind wir bei der letzten Inspektion und den finalen Tests des Produktes vor der Auslieferung angekommen. Hier geht es darum sicherzustellen, dass die nötigen Standards für den Kunden oder den Markt eingehalten wurden.
Nach der Endkontrolle wird das Produkt verpackt und mit den nötigen Unterlagen versehen. Die Outgoing Quality Control (OQC) prüft, ob die Verpackung mangelfrei ist und alle relevanten Dokumente beiliegen.
Von der Qualitätskontrolle können alle Branchen profitieren. Allerdings gibt es einige Branchen, die in besonders hohem Maße auf Qualitätskontrollen angewiesen sind. Hier geht es prinzipiell um alle Branchen, die Produkte herstellen oder Dienstleistungen anbieten, die ein potenzielles Schadensrisiko für den Menschen bergen. Hierzu gehören zum Beispiel:
Besonders für Unternehmen aus der Medizin- und Lebensmittelbranche haben sich bereits Richtlinien etabliert, die detaillierte Qualitätsstandards vorgeben. Dazu gehören zum Beispiel:
Um diesen jeweiligen Standards optimal nachzukommen, brauchen Unternehmen zum Einen verlässliche Prozesse der Qualitätssicherung und – im Praktischen – die entsprechenden Qualitätskontrollen.
Schritt 1: Qualitätsstandards definieren
Damit der Prüfende weiß, was wie zu kontrollieren ist, müssen als Maßnahme der Qualitätssicherung zunächst die Qualitätsstandards definiert werden. Dazu muss die Qualitätssicherung:
Schritt 2: Produktionsüberwachung durch regelmäßige Qualitätskontrollen
Im nächsten Schritt geht es um die durchgehende Überwachung der Produktionsprozesse unter Qualitätsgesichtspunkten. Hierzu können Sie zum Beispiel visuelle Inspektionen durch den Werker, per Sensor oder Kamera durchführen lassen. Quantitative Tests und (Leistungs-)Messungen – zum Beispiel elektrische Tests, chemische Analysen oder Belastungstests – sind ebenfalls ein probates Mittel der Qualitätskontrolle.
Ziel der Qualitätskontrolle ist es, Abweichungen und Fehler zu identifizieren, indem die erfassten Ergebnisse mit den vorgegebenen Qualitätsstandards verglichen werden. Treten Fehler auf, leiten Sie entsprechend definierte Maßnahmen zur Behebung (Nacharbeit, Schulungen, etc.) ein.
Passt alles? Dann gibt die Qualitätskontrolle das Produkt als Gutteil frei.
Schritt 3: Dokumentation
Natürlich gehört es auch zur Qualitätskontrolle, die Ergebnisse zu protokollieren. In einem solchen Protokoll werden unter Anderem festgehalten:
Schritt 4: Kontinuierliche Verbesserungsprozesse unterstützen
In diesem Schritt gehen Sie von der Qualitätskontrolle zur Qualitätsverbesserung über und nutzen die Erkenntnisse aus den Prüfungen, um mögliche Trends zu erkennen und kontinuierliche Verbesserungsprozesse zu fördern. Das wiederum zahlt positiv auf Ihre Qualitätsstandards ein.
Es gibt für alles eine passende Lösung, auch für das Qualitätsmanagement. Die computerunterstützte Qualitätssicherung – Computer-aided Quality oder kurz CAQ – oder eine Qualitätsmanagement-Software erleichtern die Erfassung und Auswertung von qualitätsbezogenen Daten. Aus diesen Daten lassen sich wiederum Schlüsse für die weitere Planung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle ableiten.
Mit einem Werkerassistenzsystem leiten Sie Mitarbeitende digital durch Prüfschritte oder komplette Prüfpläne. Im Rahmen der digitalen Arbeitsanweisung geben Sie Qualitätsdaten standardisiert vor und erfassen erhobene oder eingegebene Daten direkt im System.
Das Internet der Dinge beschreibt die Vernetzung von Geräten und Systemen – auch in der Produktion. Über vernetzte Sensoren, Kameras oder Steuerungen erfassen Sie Daten in Echtzeit und können Anomalien oder Qualitätsabweichungen schneller erkennen und beheben.
Intelligente Algorithmen machen die zentrale oder auch dezentrale Auswertung großer Datensätze möglich. Sie können mögliche Fehler oder Systemausfälle voraussagen, die die finale Qualität des Produkts beeinträchtigen könnten.
Ja, wir haben oben schon einmal über die Vorteile der Qualitätskontrolle gesprochen. Aber wir haben noch einen Bonus für Sie: Mit der digitalisierten Qualitätskontrolle ergeben sich weitere Vorteile:
Für effektive Qualitätskontrollen nutzen Sie im Bestfall ein digitales System – vor allem, wenn Sie Prüfschritte an Ihre Mitarbeitenden in der Fertigung und Montage übergeben möchten. Unser Werkerassistenzsystem weasl bietet hierfür die perfekte Grundlage.
Mit weasl setzen Sie Prüfpläne als leicht verständliche, multimedial gestützte Schritt-für-Schritt-Arbeitsanweisungen um. Über ein Rollen-Rechte-System definieren Sie, welche Prüfungen von einem Werker und welche nur von geschultem Prüfpersonal durchgeführt werden können. Auf diese Weise befähigen Sie Ihre Werker zur Werkerselbstprüfung und stärken ihr Qualitätsbewusstsein.
Qualitätsrelevante Eingaben können Sie mit weasl einfach validieren, indem Sie die entsprechenden Eingabefelder zum Beispiel mit farblichen Hinweisen versehen. Überschreitet ein Eingabewert den Toleranzbereich, wird der Werker durch beispielsweise einen roten Hinweistext informiert. Fehlerhaften Eingaben beugen Sie zudem durch Standardisierungen vor – indem Sie zum Beispiel die Messung nur in definierten Zahlenbereichen und Einheiten ermöglichen.
weasl kommuniziert mit Ihren Systemen, Werkzeugen und Prüfmitteln. Sind die benötigten Prüfwerkzeuge an weasl angebunden, können Ihre Werker Prüfdaten automatisch auslesen und ins System übertragen. Auch die Kommunikation – zum Beispiel bei Nachfragen oder Unterstützungsanfragen – erfolgt dank Feedback-Funktion direkt im System.
Mit weasl erfassen und dokumentieren Sie alle Arbeitsschritte, Ergebnisse und Eingabewerte automatisch. So verhindern Sie Medienbrüche und die daraus entstehenden Fehler und Zeitverluste. Am Ende eines Arbeits- oder Prüfplans generiert weasl automatisch ein Protokoll mit allen Daten und Informationen.