Glossar > Durchlaufzeit
Die Durchlaufzeit ist ein Leistungsindikator (KPI) in der Produktion und beschreibt die Zeitspanne vom Produktionsbeginn eines Produktes bis zu seiner Fertigstellung. Sie umfasst damit Phasen wie zum Beispiel die Montage, die Qualitätssicherung und die Zwischenlagerung des Produktes.
Die Durchlaufzeit ist eine von der REFA – dem Verband für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung e. V. – entwickelte und definierte Zeitart. Sie wird mit TD gekennzeichnet und hat sich als wichtige Kennzahl für die Optimierung und Überwachung der Leistungsfähigkeit von Prozessen etabliert.
So weit, so einfach. Gerade weil die Durchlaufzeit die gesamte Herstellungszeit eines Produktes umfasst, bieten sich zahlreiche Ansatzpunkte, die Durchlaufzeit zu verkürzen und damit die Produktion zu optimieren.
Werfen Sie einen genauen Blick auf Ihre Prozesse und suchen Sie nach Engpässen und nicht wertschöpfenden Aktivitäten. Wenn Sie diese eliminieren, verkürzen Sie Ihre Durchlaufzeiten.
In vielen Unternehmen können bestimmte Produktionsabläufe automatisiert werden. Die Kosten, die dafür entstehen, holen Sie durch kürzere Durchlaufzeiten und höheren Output wieder rein.
Verfolgen Sie den Lean-Manufacturing-Ansatz, haben Sie es sich zum Ziel gesetzt, Verschwendungen zu eliminieren, Prozesse schlanker zu gestalten und Materialflüsse zu optimieren. All das hat positive Effekte auf Ihre Durchlaufzeit.
Es geht auch auf der Technik-Ebene: Investieren Sie zielgerichtet in schnellere Maschinen und innovative Technologien, beschleunigen Sie Ihre Produktion.
Vergessen Sie nicht Ihre Mitarbeitenden. Optimal geschulte Kolleginnen und Kollegen beherrschen ihre Aufgaben aus dem Effeff und arbeiten besonders zeiteffizient.
Im Rahmen kontinuierlicher Verbesserungsprozesse haben Sie stetig ein Auge auf Optimierungspotenziale in Ihrer Produktion. Das kann auch den Durchlaufzeiten zugutekommen.
Prozesse optimieren und Engpässe beseitigen für mehr Effizienz
automatisieren und technisch modernisieren für beschleunigte Abläufe
Lean Manufacturing anwenden für schlanke, verschwendungsarme Prozesse
Mitarbeitende schulen und KVP nutzen
In den Verkürzungsmöglichkeiten aus dem letzten Kapitel zeichnen sich die Vorteile von kürzeren Durchlaufzeiten bereits ab. Bringen wir es noch einmal auf den Punkt:
Kurze Durchlaufzeiten bedeuten, dass Sie schneller produzieren und zügiger beim fertigen Produkt ankommen.
Durch kürzere Durchlaufzeiten können Sie Ihre Produktionskosten senken, zum Beispiel in Form Ihrer Lagerhaltungskosten.
Eine schnellere Produktion macht sich nicht zuletzt bei Ihren Kunden bemerkbar: schnellere Lieferung = zufriedener Kunde.
Die Durchlaufzeit setzt sich aus verschiedenen Einzelzeit-Komponenten zusammen. Dazu gehören:
Das ist die Zeit, in der eine Maschine für die Produktion gerüstet oder umgerüstet und mit allen nötigen Maschinenparametern ausgestattet wird.
Hierunter fallen all die Zeiten, die für den Transport des Produktes von einem Ort zum Nächsten benötigt werden – manuell, per Fließband oder per AGV.
Wenn das Produkt nicht weiterbearbeitet werden kann, entstehen Liegezeiten. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die nächste Arbeitsstation noch besetzt ist.
Unter der Lagerzeit versteht man die Zeit, die das Produkt im Lager verbringt – zum Beispiel bis zum Versand an den Dienstleister, der die Weiterverarbeitung übernimmt.
Hierunter fallen die reinen Bearbeitungszeiten – also die Zeiten, in denen tatsächlich produziert wird.
Nicht immer läuft alles nach Plan. Für alle nicht eingeplanten Tätigkeiten fallen ebenfalls Produktionszeiten an, die Bestandteil der Durchlaufzeit sind.
produktionsnahe Zeiten: Rüstzeit, Bearbeitungszeit und ungeplante Zeiten
logistikbezogene Zeiten: Transport-, Lager- und Liegezeiten
Wichtig: Jede Komponente bietet Möglichkeiten zur Verkürzung der Durchlaufzeit.
Aus den einzelnen Komponenten lässt sich die Gesamt-Durchlaufzeit berechnen. Die Formel ist dabei denkbar einfach: Sie addieren die einzelnen Zeitbestandteile des gesamten Produktionsprozesses, wie sie tatsächlich auftreten.
Nehmen wir an, in unserem Produktionsbeispiel haben wir eine Rüstzeit, mehrere Bearbeitungsschritte sowie eine Transport- und eine Liegezeit. Die Formel könnte wie folgt aussehen:
Durchlaufzeit = Rüstzeit + Bearbeitungszeit + Transportzeit + Bearbeitungszeit + Liegezeit + Bearbeitungszeit
Mit Zahlen unterfüttert ergibt sich demnach diese Rechnung:
| Rüstzeit der Maschine: | 10 Minuten |
| Bearbeitungszeit 1 (Spritzen des Werkstücks): | 20 Minuten |
| Transport zur nächsten Arbeitsstation: | 5 Minuten |
| Bearbeitungszeit 2 (Vormontage): | 30 Minuten |
| Liegezeit bis zum nächsten Montageschritt: | 15 Minuten |
| Bearbeitungsschritt 3 (Endmontage): | 30 Minuten |
| Durchlaufzeit: | 1 Stunde 50 Minuten |
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