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Glossar >  ATEX

ATEX

weasl Autorin Maren Fichtner
Autorin: Maren Fichtner  |  27. August 2026

Definition: Was ist ATEX?

ATEX (von französisch „ATmosphères EXplosibles") bezeichnet zwei zusammenhängende EU-Richtlinien zum Explosionsschutz: die Produktrichtlinie 2014/34/EU, die Anforderungen an Geräte und Schutzsysteme für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen festlegt, und die Betriebssicherheitsrichtlinie 1999/92/EG, die Sicherheitsanforderungen an Arbeitsplätze und den Betrieb in solchen Bereichen regelt.

Herausgeber: Europäische Union

Rechtsgrundlage: Richtlinien 2014/34/EU und 1999/92/EG

Für wen gilt ATEX?

Die Produktrichtlinie richtet sich an Hersteller, die Geräte, Schutzsysteme und Komponenten für den Einsatz in Ex-Zonen in der EU in Verkehr bringen – etwa Motoren, Schaltanlagen oder Sensorik für die Prozess- und Chemieindustrie. Die Betriebssicherheitsrichtlinie richtet sich an Betreiber von Anlagen mit explosionsgefährdeten Bereichen, etwa in der chemischen Industrie, bei Lackieranlagen, in Mühlen oder in der Öl- und Gasindustrie, sowie an alle Unternehmen, deren Personal in diesen Zonen arbeitet.

Kernanforderungen im Überblick

  • Zoneneinteilung: Klassifizierung explosionsgefährdeter Bereiche in Zonen 0/20, 1/21 und 2/22

  • Gerätekategorien: Einstufung von Geräten in Kategorie 1, 2 oder 3 je nach zulässiger Einsatzzone

  • Explosionsschutzdokument: verpflichtende Dokumentation von Zoneneinteilung, Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaßnahmen durch den Betreiber

  • Qualifikation des Personals: nachweisliche Unterweisung und Freigabe für Arbeiten in Ex-Zonen

  • Kennzeichnung: CE-Kennzeichnung mit spezifischem Ex-Symbol und Angabe der Gerätekategorie

  • Organisatorische Maßnahmen: Freigabeverfahren für Arbeiten mit Zündquellen, etwa Erlaubnisscheine für Heißarbeiten

Unterschied zur PED

ATEX und die Druckgeräterichtlinie (PED) adressieren unterschiedliche Gefährdungsarten und schließen sich nicht aus: ATEX schützt vor Explosionsgefahren durch entzündliche Gase, Dämpfe oder Stäube, die PED schützt vor Gefahren durch drucktragende Ausrüstung. Eine Anlage kann beiden Regelwerken gleichzeitig unterliegen – etwa ein Druckbehälter, der in einer Ex-Zone betrieben wird und sowohl die Konformitätsanforderungen der PED für die Druckfestigkeit als auch die ATEX-Anforderungen für den sicheren Betrieb in explosionsgefährdeter Umgebung erfüllen muss.

Konsequenzen bei Nichteinhaltung

Der Einsatz nicht ATEX-konformer Geräte in Ex-Zonen kann eine Explosion auslösen – mit potenziell lebensbedrohlichen Folgen für Personal und erheblichen Sachschäden an der Anlage. Behörden können bei fehlendem oder unzureichendem Explosionsschutzdokument den Betrieb der betroffenen Anlagenteile untersagen. Bei Unfällen infolge nicht eingehaltener ATEX-Anforderungen drohen zusätzlich erhebliche zivil- und strafrechtliche Konsequenzen für Betreiber und verantwortliche Personen.

Verwandte Normen

  • PED 2014/68/EU – Druckgeräterichtlinie

  • EU-Maschinenverordnung (2023/1230) – Sicherheitsanforderungen für Maschinen

  • EN ISO 12100 – Risikobeurteilung und Risikominderung im Maschinenbau

  • ISO 9001 – Basis-Qualitätsmanagementnorm

Häufige Fragen zu ATEX

Ist ATEX gesetzlich vorgeschrieben?

Ja, umgesetzt durch die 11. ProdSV (Produktrichtlinie) und die Betriebssicherheitsverordnung (Betriebssicherheitsrichtlinie).

Welche Ex-Zonen gibt es?

Zonen 0/1/2 für Gase und Dämpfe, Zonen 20/21/22 für Stäube, gestaffelt nach Gefährdungsstufe.

Was ist der Unterschied zwischen den beiden Richtlinien?

Die Produktrichtlinie regelt Geräteanforderungen für Hersteller, die Betriebssicherheitsrichtlinie regelt den sicheren Betrieb für Betreiber.

Was ist ein Explosionsschutzdokument?

Die verpflichtende Betreiberdokumentation von Zoneneinteilung, Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaßnahmen.

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Der kritische Punkt in der täglichen Praxis ist der lückenlose Nachweis, dass nur unterwiesenes und freigegebenes Personal Arbeiten in Ex-Zonen ausführt. Connected Worker Plattformen wie weasl sperren sicherheitskritische Arbeitsschritte für nicht qualifizierte Personen automatisch und dokumentieren jede Sicherheitsunterweisung digital – konform mit ATEX und der Betriebssicherheitsverordnung.

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