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Glossar > FDA 21 CFR Part 11

FDA 21 CFR Part 11

weasl Autorin Maren Fichtner
Autorin: Maren Fichtner  |  2. Oktober 2026

Definition: Was ist FDA 21 CFR Part 11?

FDA 21 CFR Part 11 ist eine US-Verordnung, die die Anforderungen an elektronische Aufzeichnungen und elektronische Signaturen in FDA-regulierten Branchen festlegt. Sie stellt sicher, dass digitale Daten – etwa Chargenprotokolle, Prüfnachweise oder Freigabesignaturen – den gleichen Vertrauensgrad, dieselbe Zuverlässigkeit und Rechtsverbindlichkeit bieten wie ihre papierbasierten Vorgänger.

Herausgeber: U.S. Food and Drug Administration (FDA)

Rechtsgrundlage: 21 CFR Part 11

Für wen gilt FDA 21 CFR Part 11?

Die Verordnung gilt für alle Unternehmen, die elektronische Aufzeichnungen oder Signaturen im Rahmen FDA-regulierter Prozesse verwenden und ihre Produkte auf dem US-Markt in Verkehr bringen wollen – insbesondere Hersteller von Arzneimitteln, Medizinprodukten und Biologika. Betroffen ist damit jedes digitale System, dessen Daten und Signaturen in eine Chargenfreigabe oder ein FDA-Einreichungsverfahren einfließen.

Kernanforderungen im Überblick

  • Systemvalidierung: dokumentierter Nachweis der Zuverlässigkeit und Genauigkeit des Systems

  • Audit Trail: lückenlose, computergenerierte Aufzeichnung aller Änderungen mit Zeitstempel

  • Eindeutige elektronische Signaturen: nicht übertragbar, mit klarer Zuordnung zu Bedeutung und Person

  • Zugriffskontrollen: Beschränkung des Systemzugangs auf autorisierte Personen

  • Aufbewahrung und Verfügbarkeit: Aufzeichnungen müssen über den geforderten Zeitraum lesbar und abrufbar bleiben

  • Schulungsnachweise: Dokumentation, dass Systemnutzer für ihre jeweilige Funktion qualifiziert sind

Unterschied zu EU GMP Annex 11

Part 11 und EU GMP Annex 11 verfolgen dasselbe Grundziel – vertrauenswürdige, manipulationssichere elektronische Aufzeichnungen und Signaturen –, unterscheiden sich aber im Regelungsstil: Part 11 ist eine eigenständige, detailliertere US-Verordnung mit konkreten technischen Vorgaben insbesondere zu elektronischen Signaturen. Annex 11 ist Teil des EU-GMP-Leitfadens und formuliert risikobasierter, mit mehr Spielraum für unternehmensspezifische Auslegung. Hersteller, die sowohl den US- als auch den EU-Markt beliefern, legen ihre Systeme deshalb üblicherweise so aus, dass beide Anforderungssätze gleichzeitig erfüllt sind.

Konsequenzen bei Nichteinhaltung

Erfüllt ein System die Anforderungen von Part 11 nicht, können die damit erzeugten Aufzeichnungen und Signaturen bei einer FDA-Inspektion als nicht rechtsgültig eingestuft werden – mit der Folge, dass betroffene Chargen oder Zulassungsunterlagen infrage gestellt werden. Dokumentationsbezogene Verstöße zählen zu den häufigsten Befunden in FDA Warning Letters und können Produktionsstopps sowie den Verlust der Marktzulassung nach sich ziehen.

Verwandte Normen

  • EU GMP Annex 11 – EU-Anforderungen an computergestützte Systeme

  • ALCOA+ – Grundprinzipien der Datenintegrität

  • FDA 21 CFR Part 820 – US-Qualitätsmanagementanforderungen für Medizinprodukte

  • ICH Q10 – Pharmazeutisches Qualitätssystem

Häufige Fragen zu FDA 21 CFR Part 11

Ist FDA 21 CFR Part 11 gesetzlich vorgeschrieben?

Ja, verbindlich für alle Unternehmen mit elektronischen Aufzeichnungen in FDA-regulierten Prozessen für den US-Markt.

Was ist der Unterschied zu EU GMP Annex 11?

 Beide verlangen validierte, manipulationssichere Systeme; Part 11 ist detaillierter bei elektronischen Signaturen, Annex 11 risikobasierter formuliert. 

Was verlangt Part 11 von elektronischen Signaturen?

Eindeutige, nicht übertragbare Zuordnung zu einer Person, mit Zeitstempel und klarer Bedeutung der Handlung.

Für welche Systeme gilt Part 11?

Für alle Systeme, die elektronische Aufzeichnungen im Rahmen FDA-regulierter Aktivitäten erzeugen, ändern oder speichern.

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