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Glossar > ISO 9606
ISO 9606 regelt die Prüfung und Zertifizierung von Schweißern beim Schmelzschweißen metallischer Werkstoffe. Die Norm legt fest, unter welchen praktischen Prüfbedingungen ein Schweißer für eine bestimmte Kombination aus Schweißverfahren, Werkstoff, Nahtform und Position als qualifiziert gilt, und bildet damit die personenbezogene Ergänzung zu den unternehmensweiten Anforderungen von ISO 3834.
Herausgeber: International Organization for Standardization (ISO)
Aktuelle Ausgabe: DIN EN ISO 9606-1:2017 (Stahl)
Die Norm richtet sich an Schweißer sowie an Betriebe, die Schweißarbeiten an metallischen Bauteilen durchführen und deren Qualifikation nachweisen müssen – vom Metallbaubetrieb über den Maschinen- und Anlagenbau bis zum Stahlbauunternehmen. Sie ist besonders relevant für Betriebe, die nach ISO 3834 oder EN 1090 zertifiziert sind oder eine solche Zertifizierung anstreben, da beide Normen den Einsatz qualifizierter Schweißer voraussetzen.
Praktische Prüfung: Anfertigung eines Prüfstücks unter Aufsicht eines anerkannten Prüfers oder einer Prüfstelle
Geltungsbereich der Prüfung: exakt definierte Kombination aus Verfahren, Werkstoffgruppe, Nahtform, Position, Zusatzwerkstoff und Abmessung
Zerstörende und zerstörungsfreie Prüfung: Nachweis der Nahtqualität, etwa durch Biegeprüfung oder Röntgenprüfung
Prüfbescheinigung: dokumentierter Nachweis mit allen Prüfparametern als Grundlage für den Einsatz im Betrieb
Gültigkeitsverlängerung: regelmäßige Bestätigung der Kontinuität durch den Arbeitgeber
Wiederholungsprüfung: erneute praktische Prüfung nach spätestens sechs Jahren
ISO 9606 prüft und zertifiziert die praktischen Fähigkeiten einzelner Schweißer für konkrete Schweißaufgaben. ISO 3834 ist dagegen die übergeordnete Norm, die das gesamte Schweißunternehmen betrachtet – einschließlich Prozessen, Ausrüstung, Schweißkoordination und Dokumentation. Beide Normen greifen unmittelbar ineinander: Ein Betrieb kann nur dann nach ISO 3834 zertifiziert werden, wenn er durchgängig Schweißer mit gültiger, zum jeweiligen Auftrag passender ISO-9606-Prüfung einsetzt.
Der Einsatz von Schweißern ohne gültige oder passende ISO-9606-Prüfung gefährdet unmittelbar die ISO-3834- und EN-1090-Zertifizierung des Betriebs. Bei Audits zählt eine lückenhafte oder abgelaufene Schweißerqualifikation zu den häufigsten Abweichungen; im Schadensfall – etwa bei einem Versagen der Schweißnaht – rückt der Qualifikationsnachweis zusätzlich als zentraler Punkt in Haftungsfragen in den Fokus.
Nicht direkt, aber faktisch unerlässlich, da ISO 3834 und EN 1090-2 den Einsatz geprüfter Schweißer verlangen.
Grundsätzlich zwei Jahre bei bestätigter Kontinuität, mit erneuter praktischer Prüfung nach spätestens sechs Jahren.
Für eine feste Kombination aus Verfahren, Werkstoff, Nahtform, Position, Zusatzwerkstoff und Abmessung.
ISO 9606 prüft einzelne Schweißer, ISO 3834 regelt das gesamte Schweißunternehmen.
Der kritische Punkt im Tagesgeschäft ist sicherzustellen, dass jeder Schweißer nur für die Schweißaufgaben eingesetzt wird, für die eine gültige, passende Prüfung vorliegt – bei wechselnden Aufträgen und Materialien keine triviale Aufgabe. Connected Worker Plattformen wie weasl gleichen die hinterlegte Schweißerqualifikation automatisch mit den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsschritts ab und sperren die Ausführung, wenn keine passende, gültige Prüfung vorliegt.
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