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Glossar > ISO 22000

ISO 22000

weasl Autorin Maren Fichtner
Autorin: Maren Fichtner  |  8. Oktober 2026

Definition: Was ist ISO 22000?

ISO 22000 ist eine internationale Norm für Managementsysteme der Lebensmittelsicherheit, herausgegeben von der International Organization for Standardization (ISO). Sie verbindet die klassischen HACCP-Grundsätze mit der High-Level-Structure moderner Managementsystemnormen wie ISO 9001 und ist entlang der gesamten Lebensmittelkette anwendbar – von der landwirtschaftlichen Primärproduktion über die Verarbeitung bis zur Verpackung und Logistik.

Herausgeber: International Organization for Standardization (ISO)

Aktuelle Ausgabe: ISO 22000:2018

Für wen gilt ISO 22000?

Die Norm richtet sich an alle Organisationen entlang der Lebensmittelkette, unabhängig von Größe und Position: Landwirtschaftsbetriebe, Lebensmittelhersteller, Verpackungshersteller, Transportunternehmen und sogar Reinigungsmittelhersteller für die Lebensmittelindustrie. Damit hat ISO 22000 einen breiteren Geltungsbereich als handelsgetriebene Standards wie IFS oder BRCGS, die sich primär auf Herstellerbetriebe konzentrieren.

Kernanforderungen im Überblick

  • Interaktive Kommunikation: Informationsaustausch entlang der gesamten Lieferkette

  • Systemmanagement: High-Level-Structure analog zu ISO 9001, kompatibel mit anderen ISO-Managementsystemen

  • PRPs (Präventivprogramme): grundlegende Hygiene- und Betriebsvoraussetzungen als Basis der Lebensmittelsicherheit

  • HACCP-Grundsätze: systematische Gefahrenanalyse und Festlegung kritischer Kontrollpunkte

  • Kontinuierliche Verbesserung: PDCA-Zyklus und Aktualisierung des Managementsystems

  • Notfall- und Krisenmanagement: Vorbereitung auf Rückrufe und Vorfälle der Lebensmittelsicherheit

Unterschied zu IFS und BRCGS

ISO 22000 ist eine allgemeine, international breit anerkannte Managementsystemnorm, die in ihrer Basisversion nicht von der Global Food Safety Initiative (GFSI) anerkannt ist. IFS und BRCGS sind dagegen von der GFSI anerkannte, deutlich detailliertere Handelsstandards mit punktebasierter Bewertung (Prozentwert bei IFS, Grading bei BRCGS), die viele europäische Retailer konkret als Listungsvoraussetzung fordern. Um die GFSI-Lücke zu schließen, wurde FSSC 22000 entwickelt: Diese Zertifizierung baut auf ISO 22000 auf, ergänzt sie um zusätzliche technische Spezifikationen und Anforderungen und ist dadurch GFSI-anerkannt.

Konsequenzen bei Nichteinhaltung

Da ISO 22000 seltener als direkte Handelsvoraussetzung fungiert als IFS oder BRCGS, sind die unmittelbaren Konsequenzen meist weniger drastisch als bei einem nicht bestandenen Retailer-Audit. Dennoch gefährdet eine ausgesetzte oder entzogene Zertifizierung die Position als internationaler Lieferant, insbesondere gegenüber Kunden außerhalb Europas, die ISO 22000 oder FSSC 22000 gezielt verlangen, sowie das Vertrauen entlang mehrstufiger Lieferketten.

Verwandte Normen

  • FSSC 22000 – GFSI-anerkannter Standard auf ISO-22000-Basis

  • HACCP – Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte

  • IFS – International Featured Standards, insbesondere IFS Food

  • BRCGS – britischer Lebensmittelsicherheitsstandard

  • ISO 9001 – Basis-Qualitätsmanagementnorm

Häufige Fragen zu ISO 22000

Ist ISO 22000 gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. Die zugrundeliegenden HACCP-Grundsätze sind in der EU gesetzlich verpflichtend, die Zertifizierung selbst ist freiwillig.

Was ist der Unterschied zu IFS oder BRCGS?

ISO 22000 ist eine allgemeine Managementsystemnorm ohne GFSI-Anerkennung in der Basisversion; IFS und BRCGS sind GFSI-anerkannte, detailliertere Handelsstandards. FSSC 22000 verbindet beide Ansätze.

Wie lange ist eine Zertifizierung gültig?

In der Regel drei Jahre, mit jährlichen Überwachungsaudits und Rezertifizierung vor Ablauf.

Wer darf zertifizieren?

Nur akkreditierte Zertifizierungsstellen, in Deutschland zugelassen durch die DAkkS.

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