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Glossar > ISO 3834
ISO 3834 legt die Qualitätsanforderungen für das Schmelzschweißen metallischer Werkstoffe fest. Die Norm definiert, welche Anforderungen ein Betrieb an Personal, Ausrüstung, Prozesse und Dokumentation erfüllen muss, um eine normgerechte, rückverfolgbare Schweißfertigung sicherzustellen, und gliedert sich in drei abgestufte Qualitätsstufen je nach Komplexität und Sicherheitsrelevanz der gefertigten Bauteile.
Herausgeber: International Organization for Standardization (ISO)
Aktuelle Ausgabe: DIN EN ISO 3834:2021
Die Norm richtet sich an alle Unternehmen, die Schmelzschweißarbeiten an metallischen Bauteilen durchführen – vom Metallbaubetrieb über den Maschinen- und Anlagenbau bis zum Stahlbauunternehmen. Besonders relevant ist sie für Betriebe, die tragende oder sicherheitskritische Konstruktionen fertigen und dafür eine Zertifizierung nach EN 1090 anstreben, für die ISO 3834 eine zentrale Voraussetzung bildet.
Qualifizierter Schweißkoordinator: fachlich verantwortliche Person für Planung und Überwachung der Schweißprozesse
Qualifizierte Schweißer: Nachweis der Schweißerprüfung nach ISO 9606 für jedes eingesetzte Verfahren
Schweißanweisungen (WPS): dokumentierte Verfahrensbeschreibung für jede Schweißverbindung
Schweißverfahrensprüfung (WPQR): praktischer Nachweis, dass die WPS die geforderte Qualität erreicht
Rückverfolgbarkeit: Zuordnung von Werkstoffcharge, Zusatzwerkstoff und ausführendem Schweißer zu jeder Naht
Prüfung und Abnahme: definierte Verfahren für zerstörungsfreie und zerstörende Prüfung der Schweißnähte
ISO 3834 regelt speziell die Qualitätsanforderungen an den Schweißprozess selbst. EN 1090 ist dagegen die umfassendere Norm, die die gesamte Ausführung eines Stahl- oder Aluminiumtragwerks abdeckt – von der Konstruktionsdokumentation über Werkstoffnachweise bis zur Montage. Für Betriebe, die tragende Konstruktionen fertigen, ist ISO 3834 damit kein Ersatz für EN 1090, sondern ein integraler Baustein davon: EN 1090-2 verweist für den Nachweis der Schweißqualität direkt auf ISO 3834.
Fehlende oder mangelhafte Schweißqualitätsnachweise gefährden nicht nur die EN-1090-Zertifizierung, sondern im Ernstfall die strukturelle Sicherheit des gefertigten Bauteils selbst. Bei Audits führen Lücken in der WPS/WPQR-Dokumentation oder fehlende Schweißerqualifikationen zu Abweichungen, die im Rahmen von EN-1090- oder Kundenaudits zum Auftragsverlust führen können; bei tatsächlichem Bauteilversagen drohen zusätzlich erhebliche Haftungsfolgen.
Nicht direkt, aber faktisch unerlässlich, da EN 1090-2 für tragende Konstruktionen direkt darauf verweist.
ISO 3834-2 (umfassend), ISO 3834-3 (Standard) und ISO 3834-4 (elementar), gestaffelt nach Komplexität und Sicherheitsrelevanz.
WPS ist die Schweißanweisung, WPQR der Nachweis, dass diese Anweisung durch eine praktische Prüfung validiert wurde.
ISO 3834 regelt das gesamte Schweißunternehmen, ISO 9606 die Prüfung und Zertifizierung einzelner Schweißer.
Der größte Aufwand entsteht bei der lückenlosen Zuordnung von Schweißerqualifikation, WPS und Werkstoffcharge zu jeder einzelnen Naht – besonders bei komplexen Baugruppen mit vielen Schweißverbindungen. Connected Worker Plattformen wie weasl sperren Schweißschritte automatisch für nicht qualifizierte Schweißer, verknüpfen die passende WPS direkt mit dem Arbeitsschritt und dokumentieren jede Naht auditfähig für EN-1090- und ISO-3834-Zertifizierungen.
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