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Glossar > VDA 6.3
VDA 6.3 ist ein Prozessauditstandard des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Er bewertet nicht das Qualitätsmanagementsystem eines Unternehmens als Ganzes, sondern die konkrete Fähigkeit einzelner Fertigungs- und Entwicklungsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Projektplanung über die Produktentwicklung bis zur Serienfertigung und Lieferantenauswahl.
Herausgeber: Verband der Automobilindustrie (VDA)
Aktuelle Ausgabe: VDA 6.3:2023
Der Standard richtet sich an Automobilhersteller (OEMs) und deren Zulieferer, die in Deutschland oder für den deutschen Markt fertigen. Er wird häufig von Kunden direkt als Second-Party-Audit gefordert – oft zusätzlich zu einer bestehenden IATF-16949-Zertifizierung, insbesondere bei Neuanläufen, Reklamationen oder als Voraussetzung für eine Lieferantenfreigabe.
Prozessorientierter Ansatz: Bewertung entlang von sieben Prozesselementen (P1–P7), von Potenzialanalyse bis Kundenbetreuung
Punktebewertung: jede Auditfrage wird mit 0, 6, 8 oder 10 Punkten bewertet
Erfüllungsgrad: Einstufung des Prozesses in Kategorie A, B oder C
Maßnahmenmanagement: dokumentierte Korrekturmaßnahmen bei Abweichungen mit Terminverfolgung
Turtle-Diagramm: strukturierte Prozessanalyse (Input, Output, Methoden, Mittel, Personal, Kennzahlen)
Lieferantenmanagement: eigenes Prozesselement (P2) zur Bewertung der Unterlieferantenkette
IATF 16949 zertifiziert das Qualitätsmanagementsystem eines Unternehmens auf Systemebene und wird von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle vergeben. VDA 6.3 prüft dagegen konkrete, einzelne Prozesse mit einer quantitativen Punktebewertung und wird meist vom Kunden selbst oder in dessen Auftrag durchgeführt. Die beiden Standards schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich: IATF 16949 bildet die Systembasis, VDA 6.3 liefert die tiefere Prozessbewertung, die deutsche OEMs häufig zusätzlich verlangen.
Ein VDA-6.3-Audit mit Einstufung in Kategorie C ("nicht geeignet") gefährdet unmittelbar die Auftragsvergabe oder laufende Lieferbeziehung. Bei Neuanläufen kann ein schlechtes Ergebnis den Produktionsstart verzögern oder die Freigabe eines Bauteils vollständig blockieren, bis nachgewiesene Korrekturmaßnahmen umgesetzt sind.
IATF 16949 – Qualitätsmanagementsystem für die Automobilindustrie
ISO 9001 – Basis-Qualitätsmanagementnorm
VDA 6.5 – Produktaudit in der Automobilindustrie
EN 10204 – Werkstoffzeugnisse und Materialnachweise
Nein. Es handelt sich um eine vertragliche Anforderung von Kunden, keine gesetzliche Pflicht.
IATF 16949 zertifiziert das gesamte Qualitätsmanagementsystem, VDA 6.3 bewertet einzelne Prozesse mit einer konkreten Punktevergabe.
Über eine Punkteskala (0, 6, 8, 10) je Frage, die zu einem Erfüllungsgrad und einer Einstufung in Kategorie A, B oder C führt.
Zertifizierte VDA-6.3-Auditoren, entweder im Kundenauftrag oder als interner Auditor.
Der größte Aufwand bei VDA-6.3-Audits entsteht durch die Vorbereitung der Prozessnachweise: Control Plans, Prüfprotokolle, Schulungsnachweise und Rückverfolgbarkeitsdaten müssen für jedes Prozesselement lückenlos vorliegen. Connected Worker Plattformen wie weasl erfassen diese Nachweise automatisch im Arbeitsschritt und stellen sie auditfähig zusammen. Das verkürzt die Auditvorbereitung erheblich.
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