Skip to main content

▶️ Webinar "Der Fall des verschwundenen Wissens"  |  3. November 2026 um 11 Uhr  |  Jetzt kostenlos anmelden

Glossar > VDA 6.3

VDA 6.3

weasl Autorin Maren Fichtner
Autorin: Maren Fichtner  |  8. Oktober 2026

Definition: Was ist VDA 6.3?

VDA 6.3 ist ein Prozessauditstandard des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Er bewertet nicht das Qualitätsmanagementsystem eines Unternehmens als Ganzes, sondern die konkrete Fähigkeit einzelner Fertigungs- und Entwicklungsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Projektplanung über die Produktentwicklung bis zur Serienfertigung und Lieferantenauswahl.

Herausgeber: Verband der Automobilindustrie (VDA)

Aktuelle Ausgabe: VDA 6.3:2023

Für wen gilt VDA 6.3?

Der Standard richtet sich an Automobilhersteller (OEMs) und deren Zulieferer, die in Deutschland oder für den deutschen Markt fertigen. Er wird häufig von Kunden direkt als Second-Party-Audit gefordert – oft zusätzlich zu einer bestehenden IATF-16949-Zertifizierung, insbesondere bei Neuanläufen, Reklamationen oder als Voraussetzung für eine Lieferantenfreigabe.

Kernanforderungen im Überblick

  • Prozessorientierter Ansatz: Bewertung entlang von sieben Prozesselementen (P1–P7), von Potenzialanalyse bis Kundenbetreuung

  • Punktebewertung: jede Auditfrage wird mit 0, 6, 8 oder 10 Punkten bewertet

  • Erfüllungsgrad: Einstufung des Prozesses in Kategorie A, B oder C

  • Maßnahmenmanagement: dokumentierte Korrekturmaßnahmen bei Abweichungen mit Terminverfolgung

  • Turtle-Diagramm: strukturierte Prozessanalyse (Input, Output, Methoden, Mittel, Personal, Kennzahlen)

  • Lieferantenmanagement: eigenes Prozesselement (P2) zur Bewertung der Unterlieferantenkette

Unterschied zu IATF 16949

IATF 16949 zertifiziert das Qualitätsmanagementsystem eines Unternehmens auf Systemebene und wird von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle vergeben. VDA 6.3 prüft dagegen konkrete, einzelne Prozesse mit einer quantitativen Punktebewertung und wird meist vom Kunden selbst oder in dessen Auftrag durchgeführt. Die beiden Standards schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich: IATF 16949 bildet die Systembasis, VDA 6.3 liefert die tiefere Prozessbewertung, die deutsche OEMs häufig zusätzlich verlangen.

Konsequenzen bei Nichteinhaltung

Ein VDA-6.3-Audit mit Einstufung in Kategorie C ("nicht geeignet") gefährdet unmittelbar die Auftragsvergabe oder laufende Lieferbeziehung. Bei Neuanläufen kann ein schlechtes Ergebnis den Produktionsstart verzögern oder die Freigabe eines Bauteils vollständig blockieren, bis nachgewiesene Korrekturmaßnahmen umgesetzt sind.

Verwandte Normen

  • IATF 16949 – Qualitätsmanagementsystem für die Automobilindustrie

  • ISO 9001 – Basis-Qualitätsmanagementnorm

  • VDA 6.5 – Produktaudit in der Automobilindustrie

  • EN 10204 – Werkstoffzeugnisse und Materialnachweise

     

Häufige Fragen zu VDA 6.3

Ist VDA 6.3 gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. Es handelt sich um eine vertragliche Anforderung von Kunden, keine gesetzliche Pflicht.

Was ist der Unterschied zwischen VDA 6.3 und IATF 16949?

IATF 16949 zertifiziert das gesamte Qualitätsmanagementsystem, VDA 6.3 bewertet einzelne Prozesse mit einer konkreten Punktevergabe.

Wie wird ein VDA-6.3-Audit bewertet?

Über eine Punkteskala (0, 6, 8, 10) je Frage, die zu einem Erfüllungsgrad und einer Einstufung in Kategorie A, B oder C führt.

Wer führt die Audits durch?

Zertifizierte VDA-6.3-Auditoren, entweder im Kundenauftrag oder als interner Auditor.

VDA 6.3 erfolgreich umsetzen

Produktflyer weasl

Der größte Aufwand bei VDA-6.3-Audits entsteht durch die Vorbereitung der Prozessnachweise: Control Plans, Prüfprotokolle, Schulungsnachweise und Rückverfolgbarkeitsdaten müssen für jedes Prozesselement lückenlos vorliegen. Connected Worker Plattformen wie weasl erfassen diese Nachweise automatisch im Arbeitsschritt und stellen sie auditfähig zusammen. Das verkürzt die Auditvorbereitung erheblich.

Erfahren Sie mehr über weasl und fordern Sie jetzt unseren Produktflyer an.